Erfahrungsberichte
Birthe
Ohne die Unterstützung des Vereins wäre ich nicht da wo ich heute mit der Trauerverarbeitung bin!
24.07.2024, zwei Tage vor dem errechneten Geburtstermin unserer Tochter Mila. Nach einer total unauffälligen und schönen ersten Schwangerschaft ist am Morgen des 24.07.2024 meine Fruchtblase geplatzt- ich hatte leichte Wehen, aber mir ging es gut. Voller Vorfreude sind mein Mann und ich in das Krankenhaus nach Minden gefahren- wir dachten, wir würden es mit unserem Baby zusammen wieder verlassen. Dass dies nicht geschehen würde, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Im Krankenhaus wurde dann leider festgestellt, dass das Herz unserer kleinen Tochter nicht mehr schlägt. Dass sie noch in meinem Bauch ist, aber da kein Leben mehr ist, dass sie niemals mit einem Schrei auf diese Welt kommen wird, das Krankenhaus niemals mit uns gemeinsam verlassen wird. Dass uns eine stille Geburt bevorsteht. Dass sich unser Leben von heute auf morgen so grundlegend verändern wird und dies das härteste ist, was wir bislang jemals durchstehen mussten.
Schon im Krankenhaus war die Unterstützung riesig. Aber man verlässt auch das Krankenhaus wieder. Man muss in die harte Realität zurückkehren, es warten so viele Entscheidungen auf einen, die man nie treffen wollte. Wo wollt ihr euer Kind beerdigen lassen? Möchtet ihr eine Feuerbestattung, eine Erdbestattung oder doch etwas anderes? Wen möchtet ihr bei der Trauerfeier dabei haben? Was haben wir überhaupt für Rechte? Gibt es Pflichten? Wie sollen wir mit diesem Verlust umgehen? Wie kann man etwas so Unbegreifliches verarbeiten? Wie sollen wir unseren Familien davon erzählen? Unseren Freunden- alle warten doch darauf, dass wir ein Bild von Mila schicken und sagen, dass alles gut ist. Mein Körper hatte eine „normale“ Geburt hinter sich, ich brauchte Unterstützung bei der Rückbildung- aber in einem Kurs mit anderen Frauen, die ihr Baby mitbringen oder über ihr Glück sprechen?
Und hier war mein erster Berührungspunkt mit dem Sternenkinderverein Schaumburg- Katrin Karsubke war und ist unglaublich. Sie hat angeboten zu mir nach Hause zu einer individuellen Rückbildung zu kommen, für mich zu diesem Zeitpunkt eine große Erleichterung mich nicht auch noch darum kümmern zu müssen. Katrin ist sehr einfühlsam und herzlich, ich konnte beim ersten Treffen erst einmal erzählen was überhaupt passiert war. Und danach begannen wir individuell auf meine Bedürfnisse und auf meinen Körper angepasst mit der Rückbildung. Diese Mischung aus Gesprächen und Rückbildung half mir unglaublich in dieser Zeit, denn als Sternenmama hatte ich den Körper einer frisch gebackenen Mama- aber kein Kind im Arm oder im Kinderwagen. Und so absurd sich das anhört- das war sehr schwer für mich. Meinen Körper zu sehen, die Haut, den „Mamispeck“ und wofür? Ich fühlte mich zu meiner Trauer noch sehr, sehr unwohl in meinem eigenen Körper und die Rückbildung mit Katrin hat einen Teil dazu beigetragen, dass ich meinen Körper annehmen konnte wie er war, aber gleichzeitig auch etwas „tun“ zu können.
Dann hat der Sternenkinderverein wieder einen Sternenspaziergang angeboten- wir Mamis sind mit einer Kerze zusammen spazieren gegangen. So bin ich auch in Kontakt mit anderen Sternenmamas gekommen. Und es tut so gut sich mit anderen austauschen zu können, die ähnliches erlebt haben!
Zu diesem Zeitpunkt gab es mehrere Sternenmamas und so kam sogar eine kleine Gruppe für die Rückbildung zustande- unter der Leitung von Katrin. Wieder ein Raum sowohl für den Austausch und die eigene Trauer in einem geschützten Raum zulassen zu können, als auch etwas für den eigenen Körper tun zu können.
Seit kurzem bin ich Teil der Regenbogengruppe bei Stephanie und auch das ist wieder eine tolle Erfahrung. Es hilft sehr mit den Ängsten umzugehen, einen neuen Blick auf viele Dinge zu bekommen, aber auch eine Verbindung zum neuen Baby aufzubauen.
Es gibt so viele verschiedene Angebote von diesem Verein und ich bin sehr dankbar, dass ich von diesen ehrenamtlich tätigen, großartigen Frauen Hilfe bekomme. Ohne diese Unterstützung wäre ich nicht da wo ich heute mit der Trauerverarbeitung bin!
Miriam
„Es tut mir leid, ihr Sohn ist gestorben!“ Ein Satz der unsere Welt zum Stehen brachte. Ein paar Stunden später wurde unser gesunder Sohn geboren, aber es blieb still und statt des Lebens ist der Tod bei uns eingezogen. Das uns „sowas“ passiert, das hätten wir nie gedacht. In all dieser Trauer und der Hilflosigkeit sind wir durch einen glücklichen Zufall auf den Sternenkindverein Schaumburg gestoßen. Der Rückbildungskurs und auch die Spaziergänge mit Katrin haben viel Kraft und Hoffnung gegeben. Zu wissen, dass man nicht allein ist und zu sehen, dass das Leben wieder bunter wird, war so viel wert. Außerdem habe ich auch Gesprächstermine bei Barbara wahrgenommen, die mir bei der Verarbeitung Sicherheit und Zuversicht gegeben haben. Nun erwarten wir unser Regenbogenwunder und Stephanies Regenbogengruppe gibt mir Raum für Hoffnung, Freunde, Ängste und Trauer.
Ich bin allen Beteiligten sehr dankbar und unheimlich froh, dass es Menschen gibt, die in der dunkelsten Zeit ganz nah bei einem sind und Begleitung auf so vielen Ebenen anbieten.
Stephanie
Nach der stillen Geburt unseres Sohnes im Krankenhaus Minden war ich sehr froh, über die Box mit Flyern von wichtigen Anlaufstellen wie Trauergruppen, Infos zur Beerdigung, Rückbildungskursen und sonstigen Informationen. In dieser Box lagen auch schon Erinnerungsstücke und ein Einschlagtuch und Mützchen von „Hope and Magic“. Diese Dinge haben wir für das Shooting mit unserer ehrenamtlichen Sternenkindfotografin genutzt und für uns unglaublich wichtige Erinnerungen an unseren Sohn geschaffen. So hat unser Sternenkind beispielsweise nun einen Schmetterling mit in seinem Erdenbettchen und der andere Schmetterling liegt in seiner Erinnerungsecke in unserem Haus.
Einige Tage nach der Geburt war mir der Austausch mit anderen Sternenmamas ein Bedürfnis. Das Gefühl, nicht alleine zu sein – mit all meinen Sorgen, Ängste, Vorwürfen und natürlich meiner tiefen Trauer. Der Kontakt zu Katrin Karsubke und Sternenkind Schaumburg hat mir so viel Kraft gegeben. Im wahrsten Sinne des Wortes – Kraft für meinen Körper und auch für meine Seele. Die körperliche Rückbildung war wichtig für mich und der Austausch mit den anderen Sternenmamas hat mir sehr geholfen. Die Ansprechpartnerinnen waren liebevoll, emphatisch und aufmerksam. Sie kreieren Räume, in denen ich mich jederzeit wohl und sicher gefühlt habe. Egal welche Gefühle und Gedanken zum Vorschein kamen – alles durfte sein und wurde gesehen. Dieser ehrliche Austausch war sehr wertvoll für mich.
Katharina
Ich habe eine kleine Geburt in der 8.SSW zu Hause erlebt. Allein. Obwohl doch 3 Tage zuvor beim ersten Ultraschall alles gut war und das Herzchen schlug. Ein Schock als die Blutungen begannen… im Ultraschall war schon nichts mehr zu sehen.
Zu Hause konnte ich unser kleines Wunder zur Welt bringen.
Am nächsten Tag habe ich telefonisch von Sternenkind Schaumburg Informationen erhalten. Und hatte wenige Tage später Hebammenbetreuung. Sowohl für meinen Körper und die Rückbildung, als auch für meine Ängste/Sorgen….meine Trauer. Ich wurde begleitet. Konnte jederzeit entscheiden, ob und was ich gerade brauche…. Danke für alles!
Anonym
Nach der stillen Geburt unseres Sohnes ist für uns eine Welt zusammengebrochen! Dank der Sternelterngruppe konnten wir mit Betroffen sprechen und wir haben uns nicht mehr alleine gefühlt, sondern verstanden. Das Erlebte konnte man verarbeiten und für jeden ist etwas dabei, vom Austausch mit betroffen Eltern, kreativ sein und sogar Sportangebote, jeder sowie er mag und sich öffnen kann. Man wird zu nichts gezwungen- im Gegenteil, es wird nach den Bedürfnissen jeder Person geschaut. Es gibt Kraft, um nach vorne zuschauen. Auch mit dem Regenbogenbaby im Bauch kommen einige Triggerpunkte hoch an die man vorher nicht gedacht hat und plötzlich hochkommen, auch da gibt es die Möglichkeit bei der Gruppe (Regenbogenmamas) diese dann zu bearbeiten und sich auszutauschen, was sehr hilfreich ist. Ich würde es jedem betroffen Elternteil empfehlen und ich bin euch sehr dankbar, dass ihr uns da so unterstützt!
Anonym
Ich bin dem Netzwerk dankbar, dass ich seit meiner stillen Geburt in allen Lebensabschnitten Begleitung einfordern kann, aber nicht muss. Diese Selbstbestimmung tut gut. Ich profitiere sehr vom Austausch mit anderen Müttern. Die geleitete Regenbogengruppe war das erste Angebot vom Netzwerk, das ich fortlaufend besucht habe. Das Arbeiten in einem festen, vertrauten Rahmen bot eine behutsame Einleitung in das Thema erneute Schwangerschaft. Es hat Kraft und Mut gefestigt.
Sternenkind Schaumburg e.V.
Eingetragener gemeinnütziger Verein
Seit November 2024
Netzwerk aus Fachkräften
Hebammen, Trauerbegleiterinnen und Therapeutinnen Hand in Hand.
100% Ehrenamtlich
Alle Angebote sind kostenfrei